DER MYTHOS VON DIANA UND ACTAEON
Bei einem Streifzug durch den Wald entdeckt der Jäger Actaeon die Göttin Diana beim gemeinsamen Bad mit ihren Nymphen. Überrascht vom begehrenden Blick des Actaeon, verwandelt die in ihrer Nacktheit vollkommen ungeschützte Göttin der Jagd den Jäger in
einen Hirsch. Von seinen eigenen Hunden nicht mehr erkannt, zerfleischen diese den hilflosen Actaeon.
VOM SEHEN UND GESEHEN WERDEN
Die Ausstellung zeigt eine einzigartige Zusammenschau von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken sowie Fotografien und Videos, die sich dem kunst- und kulturgeschichtlich interessanten Themenkomplex von Keuschheit und Begehren,
von Sehen und Gesehen werden, von Voyeurismus und Exhibitionismus widmen. So illustriert die Schau auch ein Thema, dessen Darstellung bis heute als Tabu gilt: die explizite Zurschaustellung des Geschlechts. Dabei will die Ausstellung nicht einfach nur eine
weitere zum Thema der Erotik in der Kunst sein, sondern konzentriert sich mit präzisen Fragestellungen auf Bildwerke, die vom verbotenen Blick auf das - zumeist - weibliche Geschlecht handeln.
ÜBER 300 WERKE VON ÜBER 200 KÜNSTLERN
Präsentiert werden Werke aus internationalem Museums- und Privatbesitz. Dabei werden Ihnen neben Diana auch Venus, Susanna, Bathseba, Nyssia, Phryne, Potiphars Weib, Baubo und eine Vielzahl namentlich nicht benannter Akte der klassischen und freizügigen Art begegnen.
DER REIZ DES VERBOTENEN BLICKS
Die Ausstellung handelt von Begierde, der verschlungenen Verknüpfung von Geschlecht und Geschlechtlichkeit mit Schönheit, Wahrheit, Ekstase und auch Tod. Sie handelt von Tabus und Tabubruch, von Schuld und Bestrafung und von der Erkenntnis, die unschuldig nicht zu haben ist. Dabei thematisiert sie ebenso die vielschichtige Faszination des Blickes auf den schönen weiblichen Körper, aber auch das Entsetzen, welches der Anblick des demonstrativ und schamlos unverhüllten weiblichen Geschlechts beim Betrachter auslösen kann.
AUSBLICK
Die Ausstellung beginnt mit Darstellungen auf antiken Gefäßen und Bildwerken vom 16. Jahrhundert und reicht bis in die Gegenwartskunst, welche die grausame Begebenheit aus der mythologischen Erzählung illustrieren. Der Hauptteil dieses ersten Kapitels umfasst Gemälde,
Zeichnungen und Druckgrafiken, die sich auf die Erzählung beziehen, wie sie von Ovid in seine Metamorphosen aufgenommen wurde. Dabei geht es vor allem um die unterschiedlichen Perspektiven, Darstellungen und Interpretationen der Geschichte.
Von hier aus beginnt eine Reise durch viele Epochen der Kunst und ihren Umgang mit dem „verbotenen Blick auf die Nacktheit“. Neben Werken aus der Renaissance, dem Manierismus, dem Barock und Klassizismus, also aus Epochen, in denen Nacktheit ohne mythologischen oder religiösen Vorwand nicht vorstellbar war, zeigt die Schau auch zeitgenössische Positionen erotischer Kunst.
Weitere Infos zum museum kunst palast www.museum-kunst-palast.de